Arthur Schopenhauer
Das Leben schwankt zwischen Leiden und Langeweile.
Verbreitete Irrtümer
Schopenhauer schrieb: „Der Mensch kann tun, was er will, aber er kann nicht wollen, was er will.“
Die Formel fasst sein Denken gut zusammen, doch wir haben sie in dieser Form in seinen Büchern nicht gefunden. Verbreitet wurde sie vor allem durch Einstein, der sie aus dem Gedächtnis als „Ausspruch Schopenhauers“ in seinem Text „Wie ich die Welt sehe“ (um 1930–1931, 1934 in Mein Weltbild wieder abgedruckt) und in seinem „Credo“ von 1932 zitiert. Schopenhauer schreibt: „Du kannst thun was du willst: aber du kannst, in jedem gegebenen Augenblick deines Lebens, nur Ein Bestimmtes wollen.“ Und er fragt: „Kannst du auch wollen, was du willst?“
Schopenhauer, der Pessimist, empfahl den Selbstmord.
Er weigert sich, den Selbstmord ein Verbrechen zu nennen. Er hält ihn aber für nutzlos: Wer sich tötet, will das Leben und lehnt nur die Bedingungen ab, die es ihm bietet. Es ist eine Bejahung des Willens, keine Erlösung. Er vergleicht ihn mit einem ungeschickten Experiment, das gerade das Bewusstsein zerstört, das auf die Antwort wartete.
Für Schopenhauer existiert die Welt nicht: Alles ist Illusion.
Die Welt, wie wir sie sehen, existiert nur für ein Subjekt, das sie wahrnimmt: Sie ist eine Vorstellung. Aber sie hat ein wirkliches Wesen, das jeder von uns von innen durch den eigenen Leib kennt: den Willen. Die Welt ist also zugleich Vorstellung und Wille, wie der Titel seines Buches sagt.