Man kann gut sein, ohne an Gott zu glauben
Also hängt gutes Verhalten nicht vom Glauben ab: Ein Ungläubiger kann ein ehrlicher Mensch sein, und ein Gläubiger muss es nicht sein.
Wir können das Gutestun aus Neigung und Erziehung lieben, und die Erfahrung zeigt, dass Redlichkeit uns in dieser Welt glücklicher macht.
„Man kann gut sein, ohne an Gott zu glauben“ ist ein Argument von Denis Diderot (Gespräch mit der Marschallin, um 1774) zur Frage „Was macht etwas moralisch richtig?“ (Antwort: natur oder gewissen). Seine These: Also hängt gutes Verhalten nicht vom Glauben ab: Ein Ungläubiger kann ein ehrlicher Mensch sein, und ein Gläubiger muss es nicht sein. Laut der Logikprüfung von AskPhilosophy (Z3-Solver) ist das Argument nur gültig, wenn man eine Prämisse zugesteht, die der Autor nicht ausdrücklich formuliert (P3). AskPhilosophy präsentiert 3 Einwände, davon 2 mit einer dokumentierten Erwiderung, sowie den Originaltext hinter jeder Prämisse, Wort für Wort geprüft.
Eine sehr fromme Marschallin wundert sich: ein Philosoph, der an nichts glaubt und dennoch weder stiehlt noch tötet? Welchen Beweggrund kann ein Ungläubiger haben, gut zu sein? Der Philosoph, „Crudeli“, eine Maske Diderots, antwortet ihr, dass die Güte andere Wurzeln hat als die Angst vor der Hölle.
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Ohne die implizite Prämisse: Ohne P3 findet der Computer einen Fall, in dem jemand eine gute Neigung, eine gute Erziehung und ein Interesse daran hat, ehrlich zu sein, in dem dies aber ohne die Furcht vor dem Jenseits nicht ausreicht: Der Ungläubige wäre dann nicht ehrlich.
Einwände
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DDie Marschallin (im Dialog) greift Prämisse 4 anZugegeben. Aber welchen Nachteil hätte es, einen Grund mehr zu haben, Gutes zu tun, nämlich die Religion, und einen Grund weniger, Böses zu tun? Die Furcht vor Gott hält zumindest einige zurück.
Diderot erwidert
Zugegeben. Aber welchen Nachteil hätte es, einen Grund mehr zu haben, Gutes zu tun, nämlich die Religion, und einen Grund weniger, Böses zu tun? Die Furcht vor Gott hält zumindest einige zurück.
Locke 1689 · greift Prämisse 3 anEin Atheist kann nicht durch seine Versprechen, Verträge und Eide gebunden sein, die die Bande der Gesellschaft sind: Er fürchtet keinen Richter über sich. Deshalb soll man Atheisten nicht dulden.
Diderot erwidert
Ein Atheist kann nicht durch seine Versprechen, Verträge und Eide gebunden sein, die die Bande der Gesellschaft sind: Er fürchtet keinen Richter über sich. Deshalb soll man Atheisten nicht dulden.
DDostojewski (Die Brüder Karamasow) 1880 · greift die Schlussfolgerung anZu zeigen, dass Ungläubige sich gut verhalten, sagt nicht, was eine Handlung gut macht. Ohne Gott ist die Moral nur noch eine Neigung oder eine Berechnung: Hat jemand weder diese Neigung noch dieses Interesse, verpflichtet ihn nichts. Der Roman fasst den Gedanken in einer berühmten Formel zusammen: „Wenn Gott nicht existiert, ist alles erlaubt“ (eine Zusammenfassung von Iwans Worten, kein exakter Satz des Buches).
ohne Erwiderung
Zu zeigen, dass Ungläubige sich gut verhalten, sagt nicht, was eine Handlung gut macht. Ohne Gott ist die Moral nur noch eine Neigung oder eine Berechnung: Hat jemand weder diese Neigung noch dieses Interesse, verpflichtet ihn nichts. Der Roman fasst den Gedanken in einer berühmten Formel zusammen: „Wenn Gott nicht existiert, ist alles erlaubt“ (eine Zusammenfassung von Iwans Worten, kein exakter Satz des Buches).