Das Schöne gefällt allen, ohne Begriff und ohne Interesse
Das Geschmacksurteil (Kant)
Also ist das Schöne das, was allgemein ohne Begriff gefällt: Das Geschmacksurteil ist subjektiv, aber es fordert die Zustimmung aller.
Das Wohlgefallen am Schönen ist ohne persönliches Interesse, daher kann jeder es von anderen erwarten, ohne dass eine Regel sagt, was schön ist.
„Das Schöne gefällt allen, ohne Begriff und ohne Interesse“ ist ein Argument von Immanuel Kant (Kritik der Urteilskraft, 1790, §§ 2, 6-9, 17, 22, 1790) zur Frage „Liegt Schönheit im Auge des Betrachters?“ (Antwort: subjektiv und doch allgemeingültig). Seine These: Also ist das Schöne das, was allgemein ohne Begriff gefällt: Das Geschmacksurteil ist subjektiv, aber es fordert die Zustimmung aller. Laut der Logikprüfung von AskPhilosophy (Z3-Solver) ist das Argument nur gültig, wenn man eine Prämisse zugesteht, die der Autor nicht ausdrücklich formuliert (P7). AskPhilosophy präsentiert 3 Einwände, davon 1 mit einer dokumentierten Erwiderung, sowie den Originaltext hinter jeder Prämisse, Wort für Wort geprüft.
Wenn ich sage „das ist schön“, spreche ich, als läge die Schönheit in der Sache, und ich erwarte, dass alle zustimmen. Doch das ist kein Beweis: Keine Regel kann beweisen, dass etwas schön ist. Kant löst das Rätsel so: Das Wohlgefallen am Schönen ist interesselos, es hängt weder von der Existenz des Gegenstandes noch von meinem Begehren ab. Also weiß ich mich frei von jedem privaten Beweggrund und setze voraus, dass dieses Wohlgefallen für jeden gilt. Das Geschmacksurteil ist subjektiv (es kommt aus meinem Gefühl), aber es fordert die Zustimmung aller.
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Ohne die implizite Prämisse: Ohne P7 findet der Computer einen Fall, in dem eine Lust die vier Merkmale hat und „schön“ dennoch etwas anderes bezeichnen würde (zum Beispiel eine moralische oder intellektuelle Lust): Die Definition wäre nicht die des Schönen.
Einwände
3Jeder Einwand ist ein Gespräch: Klicke, um zu sehen, wer erwidert und wo die Debatte steht.
Georg Wilhelm Friedrich Hegel 1835 · greift die Schlussfolgerung anDas Kunstschöne steht höher als die Natur. Denn das Schöne der Kunst ist das aus dem Geist geborene, wiedergeborene Schöne; um so viel der Geist und seine Produktionen höher stehen als die Natur, um so viel steht das Schöne der Kunst höher als das Naturschöne. Eine Theorie des Schönen, die vom Geschmack an natürlichen Formen ausgeht, beginnt mit dem Niedrigsten.
ohne Erwiderung
Das Kunstschöne steht höher als die Natur. Denn das Schöne der Kunst ist das aus dem Geist geborene, wiedergeborene Schöne; um so viel der Geist und seine Produktionen höher stehen als die Natur, um so viel steht das Schöne der Kunst höher als das Naturschöne. Eine Theorie des Schönen, die vom Geschmack an natürlichen Formen ausgeht, beginnt mit dem Niedrigsten.
Friedrich Nietzsche 1887 · greift Prämisse 1 an„Schön ist, was ohne Interesse gefällt“, sagt Kant. Vergleiche damit Stendhal, einen echten Zuschauer und Künstler, der das Schöne ein Glücksversprechen nennt. Kant dachte das Schöne nur vom Standpunkt des Zuschauers aus, ohne die Erfahrung dessen, der schafft oder begehrt.
Kant erwidert
„Schön ist, was ohne Interesse gefällt“, sagt Kant. Vergleiche damit Stendhal, einen echten Zuschauer und Künstler, der das Schöne ein Glücksversprechen nennt. Kant dachte das Schöne nur vom Standpunkt des Zuschauers aus, ohne die Erfahrung dessen, der schafft oder begehrt.
Pierre Bourdieu 1979 · greift Prämisse 1 anDer „reine Blick“, der interesselose Geschmack, den Kant als allgemein darstellt, ist das Produkt einer gesellschaftlichen Lage: Wer sich nicht um die Notwendigkeit sorgen muss, kann es sich leisten, ohne Interesse zu urteilen. Dieser Klassengeschmack gibt sich als Fähigkeit aller aus.
ohne Erwiderung
Der „reine Blick“, der interesselose Geschmack, den Kant als allgemein darstellt, ist das Produkt einer gesellschaftlichen Lage: Wer sich nicht um die Notwendigkeit sorgen muss, kann es sich leisten, ohne Interesse zu urteilen. Dieser Klassengeschmack gibt sich als Fähigkeit aller aus.