Was macht etwas moralisch richtig?Natur oder Gewissen

Das Euthyphron-Dilemma

Platon ca. 428 v. Chr. · ca. 348 v. Chr.Jenseits der Erscheinungen die ewigen Ideen.
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Was es behauptet

Also sind fromm zu sein und gottgeliebt zu sein verschiedene Dinge: Die Liebe der Götter ist nicht die Definition des Guten.

Warum

Die Götter lieben das Fromme, weil es fromm ist; wenn ihre Liebe es dazu machte, drehte sich die Argumentation im Kreis.

Kurz gesagt

„Das Euthyphron-Dilemma“ ist ein Argument von Platon (Euthyphron, 10a-11a) zur Frage „Was macht etwas moralisch richtig?“ (Antwort: natur oder gewissen). Seine These: Also sind fromm zu sein und gottgeliebt zu sein verschiedene Dinge: Die Liebe der Götter ist nicht die Definition des Guten. Laut der Logikprüfung von AskPhilosophy (Z3-Solver) folgt die Schlussfolgerung tatsächlich aus ihren 3 Prämissen. AskPhilosophy präsentiert 2 Einwände, davon 0 mit einer dokumentierten Erwiderung, sowie den Originaltext hinter jeder Prämisse, Wort für Wort geprüft.

Euthyphron, 10a-11a
Gültig

Euthyphron definiert das Fromme als „das, was die Götter lieben“. Sokrates stellt ihm eine Frage, die noch heute jede Debatte über Religion und Moral durchzieht.

P1Die Götter lieben das Fromme, weil es fromm ist (Euthyphron gesteht dies zu).
P2Was „gottgeliebt“ ist, ist es, weil die Götter es lieben: Ihre Liebe macht es dazu.
P3Wären „fromm“ und „gottgeliebt“ dasselbe, wäre das Fromme fromm, weil die Götter es lieben, was P1 widerspricht.
Also sind fromm zu sein und gottgeliebt zu sein verschiedene Dinge: Die Liebe der Götter ist nicht die Definition des Guten.

klicke auf eine Prämisse, um sie zurückzuweisen

Wenn du alle Prämissen akzeptierst, zwingt dich die Logik dazu, auch die Konklusion zu akzeptieren. Die Debatte dreht sich also um die Prämissen.
Von einem Logik-Solver geprüft: Es ist unmöglich, dass alle Prämissen wahr und die Konklusion falsch sind.
Das Argument ist gültig: P1 und P3 genügen, P2 erklärt, warum P3 wahr ist. Um ihm zu entgehen, muss man P1 zurückweisen (das Gute wäre gut, weil Gott es will) oder einen dritten Weg finden.
Analogie. Ein Lehrer gibt einem Aufsatz die Bestnote. Ist er ausgezeichnet, weil der Lehrer ihm die Bestnote gegeben hat, oder hat der Lehrer ihm die Bestnote gegeben, weil er ausgezeichnet ist? Trifft Letzteres zu, so besteht die Vortrefflichkeit unabhängig von der Note.

Einwände

2

Jeder Einwand ist ein Gespräch: Klicke, um zu sehen, wer erwidert und wo die Debatte steht.

T
Theorie des göttlichen Gebots (Ockham) 1320 · greift Prämisse 1 an

Man kann das andere Horn annehmen: Das Gute ist gut, weil Gott es will. Es gibt keinen Maßstab über dem göttlichen Willen.

ohne Erwiderung
Zusammenfassung: Der Text liegt noch nicht in unserem Korpus vor
Keine Antwort möglich: Der Einwand wurde 1320 erhoben, nach dem Tod des Autors (-348).
Zeitgenössische Theisten (Robert Adams, William Alston) 1979 · greift Prämisse 3 an

Das Dilemma ist falsch: Das Gute steht weder über Gott noch ist es willkürlich, es ist Gottes eigene Natur. Gott gebietet das Gute, weil er wesenhaft gut ist.

ohne Erwiderung
Zusammenfassung: Der Text liegt noch nicht in unserem Korpus vor
Keine Antwort möglich: Der Einwand wurde 1979 erhoben, nach dem Tod des Autors (-348).